Mieten 18 Prozent über Bundesschnitt

Eßlinger Zeitung 01.03.2012

"Mieten 18 Prozent über Bundesschnitt"
ESSLINGEN: Im Vergleich aller deutschen Städte liegt Esslingen auf Platz 16 - Neuer Mietspiegel gibt Orientierung
Esslingen ist eine Stadt mit hoher Lebensqualität, hoch sind aber auch die Preise für Wohnraum. Laut dem Mietspiegelindex des Hamburger Forschungsinstituts F+B liegen die Mieten in Esslingen um 18 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Die Neckarstadt belegt damit in der Hitliste der teuersten Städte Deutschlands den 16. Platz. Der neue Mietspiegel, der nun erschienen ist, soll dazu beitragen, dass aus hohen keine überhöhten Mieten werden.

Von Kornelius Fritz

Die höchsten Mieten werden bundesweit in München bezahlt, doch schon auf Platz 3 und 4 folgen Leinfelden-Echterdingen und Stuttgart. Unter den Top 30 finden sich gleich zwölf Städte aus der Region, darunter auch Esslingen auf Rang 16. „Esslingen ist teuer, und nach meiner Einschätzung werden die Mieten auch in Zukunft steigen“, sagt Christian Brokate, Vorstandsmitglied bei der Baugenossenschaft Esslingen. Ärger zwischen Hausbesitzern und Mietern ist da programmiert. Für Objektivität und damit auch für weniger Streit soll der Mietspiegel sorgen, der alle zwei Jahre neu aufgelegt wird. Früher wurde der von der Stadt finanziert, inzwischen übernehmen Unternehmen aus der Wohnungswirtschaft sowie Hauseigentümer- und Mietervereine den Großteil der Kosten. Grundlage des Mietspiegels ist eine schriftliche Befragung, die alle vier Jahre durchgeführt wird. Zuletzt haben sich im Jahr 2009 mehr als 600 Mieter aus Esslingen daran beteiligt. Damit die Werte so aktuell wie möglich bleiben, werden sie nach zwei Jahren um die allgemeine Preissteigerung erhöht, diesmal um 3,6 Prozent. Für den nächsten Mietspiegel, der 2014 erscheint, gibt es dann wieder eine neue Erhebung.Mithilfe des Mietspiegels lässt sich die ortsübliche Miete einer Immobilie relativ exakt ermitteln. Er berücksichtigt nicht nur Größe und Baujahr einer Wohnung, durch ein Punktesystem können auch Ausstattung und Lage in die Bewertung mit einfließen. Im Internet kann man die ortsübliche Miete mit wenigen Klicks sogar bequem online berechnen lassen (siehe Anhang).

"Kritik an Wohnraumförderung"
„Der Mietspiegel dient dazu, Markttransparenz herzustellen und sich einen objektiven Überblick zu verschaffen“, erklärt Udo Casper, Vorsitzender des Deutschen Mieterbundes im Landkreis Esslingen. Für Vermieter sei er ebenfalls unverzichtbar, ergänzt Hermann Falch vom Verein Haus und Grund: „So können sie auch eine Mieterhöhung sauber begründen.“ Unternehmen wie die Esslinger Wohnungsbau (EWB) nutzen die Daten regelmäßig, um ihre Mieten zu kalkulieren. Auch Gerichte greifen auf den Mietspiegel zurück, wenn zum Beispiel ein Bewohner gegen eine Mieterhöhung klagt.

So wird Mietwucher eingedämmt, der Mangel an günstigem Wohnraum bleibt allerdings. Dem könnte aus Sicht von Udo Casper nur die Landesregierung durch entsprechende Förderprogramme entgegensteuern: „Der angekündigte Politikwechsel ist bis jetzt aber noch nicht in der Realität angekommen“, kritisiert der Mietervertreter. Auch Christian Brokate hält die Wohnraumförderung des Landes bis jetzt für wenig attraktiv, weil die Zuschüsse aus seiner Sicht mit zu vielen Auflagen verknüpft sind. Die Baugenossenschaft nehme deshalb im Augenblick keine Landesförderung in Anspruch.

Der neue Mietspiegel kann in gedruckter Form für 5 Euro im Bürgerbüro der Stadt sowie über den Verein Haus & Grund und den Deutschen Mieterbund bezogen werden. Unter www.esslingen.de kann man ihn kostenlos als pdf-Datei herunterladen.

Im Internet kann man die ortsübliche Miete für eine Wohnung online bestimmen unter www.mietenberechner.net/esslingen2012/default.asp

Artikel vom 01.03.2012 © Eßlinger Zeitung



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