Baugenossenschaft verteidigt Grundstückspolitik

Eßlinger Zeitung 24.05.2012

ESSLINGEN: Beim Verkauf geben sowohl der Preis als auch das Konzept den Ausschlag - „Wir befürworten ein Pflegeheim für Oberesslingen“

Die Baugenossenschaft Esslingen weist die Kritik des Oberbürgermeisters an ihrer Grundstückspolitik zurück. Gleichzeitig befürwortet ihr Vorstand die städtischen Pläne, in der Oberesslinger Gartenstadt ein Pflegeheim zu bauen. Außerdem betont er sein Interesse an einem partnerschaftlichen Verhältnis zur Stadt.


Von Hermann Dorn

Zwischen Oberbürgermeister Jürgen Zieger und Vorstandsmitglied Oliver Kulpanek hat es zuletzt kräftig gekracht. Vorläufiger Höhepunkt des Streits: In einer Pressemitteilung hat Zieger vor wenigen Tagen bezweifelt, dass das Unternehmen noch seinem genossenschaftlichen Auftrag gerecht wird (die EZ berichtete). Die Rede war von großen Irritationen über das Geschäftsgebaren der Gegenseite. Zugleich mahnte Zieger, die erfolgreiche Partnerschaft der Vergangenheit nicht zu gefährden.
Entzündet hat sich der Konflikt am Plan der Stadt, mit ihrem Eigenbetrieb in Oberesslingen ein Pflegeheim zu bauen. Als Standort favorisiert das Rathaus einen Teil des Geländes, das sich am Wicken-, Nelken- und Damaschkeweg erstreckt. Mehr als 100 Wohnungen der Baugenossenschaft befinden sich dort in einem so schlechten Zustand, dass das Unternehmen beschlossen hat, die Grundstücke zu verkaufen und den Weg für eine neue Bebauung zu ebnen.
Anders als von Zieger erwartet, lehnt es Kulpanek bisher ab, in direkte Verhandlungen mit der Stadt einzutreten. Vielmehr bevorzugt die Baugenossenschaft ein zweistufiges Bieterverfahren, wie sie es auch für zwei Grundstücke am Mettinger Bahnhof (Bethlehem-Areal) sowie in der Wäldenbronner Straße in Hohenkreuz gewählt hat. Es sieht vor, dass sämtliche Interessenten in einer ersten Runde einen Kaufpreis nennen. Bevor die zweite Runde beginnt, werden alle Beteiligten über das höchste Gebot informiert. Neben einem Preis müssen sie dann auch ein Konzept vorlegen.

„Transparentes Verfahren“

„Für uns kommt es auf beide Kriterien an“, betont Vorstandsmitglied Christian Brokate. Bei der Entscheidung beschreitet das Unternehmen ihm zufolge einen Mittelweg. „Selbstverständlich wollen wir einen marktgängigen Preis. Sehr wichtig ist uns aber auch das Konzept. Wir wissen uns schließlich unseren Mitgliedern ebenso verpflichtet wie der Stadt“, betont Brokate. Die Baugenossenschaft spricht von einem „transparenten Verfahren“, das sich an den Leitlinien des Unternehmens orientiert. In Hohenkreuz habe man so eine Lösung gefunden, die für den benachbarten Lebensmittelmarkt eine gute Perspektive eröffnet.
Kulpanek verteidigt das Ziel, bei einem solchen Verfahren marktgängige Preise zu erreichen. Gleichzeitig betont er aber das Interesse, qualitätsvolle Lösungen zu ermöglichen und den Konflikt mit der Stadt zu entschärfen. Für die Pläne, in der Gartenstadt ein Pflegeheim zu bauen, zeigt er sich aufgeschlossen. „Wir haben diese Nutzung selbst ins Gespräch gebracht“, sagt er und betont die Bereitschaft, die städtischen Interessen in die weiteren Überlegungen einzubeziehen.
Brokate wehrt sich ebenso wie Kulpanek gegen den Vorwurf, die Baugenossenschaft operiere nur wie ein gewöhnlicher Bauträger, der seine Immobilien meistbietend veräußere. Obwohl man nichts zu verschenken habe, sei man weiterhin an einem partnerschaftlichen Verhältnis zur Stadt interessiert. Gleichzeitig müsse man aber darauf achten, dass man in der Lage sei, die anstehenden Aufgaben zu stemmen. Als Beispiele nennt der Vorstand die Pläne, im Krebenwiesenweg in Hohenkreuz ein 6-Familienhaus zu erstellen. Im Klarissenhof (Olgastraße/Richard-Hirschmann-Straße) rückt der Bau von 100 Wohnungen näher. Außerdem soll die Sanierung bestehender Gebäude vorangetrieben werden. Ganz oben auf der Liste stehen inzwischen Adressen in der Tobias-Mayer-Straße und Am Schönen Rain.

Artikel vom 24.05.2012 © Eßlinger Zeitung


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