Bethlehem-Areal steht vor dem Aus

Eßlinger Zeitung 03.11.2012

ESSLINGEN: Am Mettinger Bahnhof zeichnet sich der Bau eines Altenpflegeheims und einer Kindertagesstätte ab.

An der Ruländer- und Ludwigstraße stehen bereits alle 72 Wohnungen leer. Jetzt naht die Entscheidung über die Zukunft des Areals.

Im Tauziehen um das Bethlehem-Areal in Mettingen rückt die Entscheidung näher. Die besten Chancen, am Bahnhof den Zuschlag zu erhalten, besitzt inzwischen ein Bieter aus Stuttgart. Sein Konzept sieht den Abbruch sowie den Bau eines Pflegestützpunktes und einer Kindertagesstätte vor. Diese Lösung wird von der Rathausspitze favorisiert - ein Umstand, der im weiteren Verlauf den Ausschlag geben könnte.

Von Hermann Dorn

Abbruch oder Erhalt? An dieser Frage entzünden sich in Mettingen seit Monaten heftige Diskussionen. Auch die Bemühungen der Baugenossenschaft als Eigentümerin, im Zuge eines Bieterverfahrens eine Entscheidung herbeizuführen, blieben bisher ergebnislos. Im Rennen sind zwei Interessenten: Einer will die frühere Arbeiterkolonie sanieren, die zwischen 1913 und 1922 entstanden ist. Ein zweiter setzt auf Neubau.

Christian Brokate, Vorstandsmitglied der Baugenossenschaft, hält beide Angebote für überzeugend. Das gilt umso mehr, als es finanziell keine nennenswerten Unterschiede gibt. Eine Entscheidung, wer den Vorzug erhalten soll, will die Baugenossenschaft unter solchen Umständen nicht selbst treffen. „Den Ausschlag müssen Überlegungen zur Zukunft des Stadtteils und der Gesamtstadt geben“, sagt Brokate. Und dafür sei das Rathaus zuständig.

Beide Interessenten werden folglich an die Stadt verwiesen, die über das Baurecht ohnehin eine wichtige Rolle spielt. Brokate verschweigt allerdings nicht, dass es die Baugenossenschaft für sinnvoll hält, einen Pflegestützpunkt und eine Kindertagesstätte zu realisieren. „Das wäre für Mettingen besser.“ Vor überzogenen Erwartungen an den Versuch, die reizvolle Anlage mit großem Aufwand zu erhalten, warnt er dagegen: „Von dem alten Charme wäre nach einem kompletten Umbau wenig zu sehen.“

Die Stadt hat im Vorfeld der anstehenden Gespräche die eigene Position bereits festgezurrt. Wie Rathaussprecher Roland Karpentier bestätigt, favorisieren Oberbürgermeister Jürgen Zieger und die drei Dezernenten einen Neubau mit den erwähnten Nutzungen. „Diese Lösung passt besser zu den gesamtstädtischen Zielen und der künftigen Entwicklung des Stadtteils als der Versuch, die alte Substanz zu retten“, sagt er und fügt hinzu, die Rathausspitze habe Vor- und Nachteile der jeweiligen Ansätze abgewogen.

Rathausspitze sieht Bedarf

Zu diesem Ergebnis gelangt die Verwaltung, weil sie den Bedarf für Pflegeheime ebenso sieht wie für Kinderbetreuung. „Nach unseren Prognosen gibt es mittelfristig die Notwendigkeit, neben den vorgesehenen Pflegestationen in Hohenkreuz und Oberesslingen in Mettingen ein weiteres Angebot zu schaffen“, so Karpentier. In dieser Einschätzung sehe man sich durch Rückmeldungen aus dem Stadtteil bestätigt.

Weiteren Handlungsbedarf reklamiert das Rathaus auch in der Kinderbetreuung. Selbst wenn es gelinge, im kommenden Jahr für 34 Prozent der Kinder unter drei Jahren einen Platz anzubieten, müssten über die gesetzlichen Vorgaben hinaus weitere Anstrengungen unternommen werden. Die Rede ist davon, sich ab 2014 an einer Quote von 40 Prozent zu orientieren. Dafür wären weitere 200 Plätze erforderlich. Karpentier spricht mit Blick auf begrenzten Möglichkeiten von einem ehrgeizigen Ziel. „Wir sind folglich für jeden Beitrag dankbar“, sagt er.

Der Bürgerausschuss Mettingen will das Thema noch nicht abhaken. Er hat sich stets dafür ausgesprochen, das Bethlehem-Areal zu erhalten. Ihm geht es um städtebauliche Gründe sowie um das Ziel, junge Familien für den Stadtteil zu gewinnen. Gerd Küpper, der Vorsitzende des Ausschusses, hat diese Position gestern bekräftigt. Neu ist für ihn allerdings die Nachricht, dass neben dem Pflegestützpunkt auch eine Kindertagesstätte geplant ist. Küpper sieht folglich die Notwendigkeit, das Thema noch einmal aufzugreifen.

Artikel vom 03./04.11.2012 © Eßlinger Zeitung


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