Einigung über Pflegeheim in Sicht

Eßlinger Zeitung 11.10.2012

ESSLINGEN: Als Standort für Oberesslingen wird jetzt ein früheres Fitnessstudio in der Weiherstraße favorisiert

Die Suche nach einem geeigneten Standort für ein neues Pflegeheim in Oberesslingen konzentriert sich inzwischen auf ein früheres Fitnessstudio. Baugenossenschaft und Stadtverwaltung stufen die laufenden Gespräche als aussichtsreich ein. Eine Einigung werde noch in diesem Jahr angestrebt, heißt es auf Anfrage.

Von Hermann Dorn

In Esslingen gibt es derzeit in acht vollstationären Pflegeeinrichtungen fast 800 Plätze. Dieses Angebot wird aber nicht ausreichen, um den steigenden Bedarf dauerhaft zu decken. Bis 2020 - so sagen es Fachleute voraus - werden 145 zusätzlich Plätze benötigt, um pflegebedürftige Menschen zu versorgen. Klar ist inzwischen, dass in der Seracher Straße in Hohenkreuz eine erste Antwort auf diese Herausforderung gegeben wird. Dort sind die planerischen Vorbereitungen für ein Heim mit 50 Plätzen schon weit gediehen.
Weil die Stadt auf dezentrale Lösungen setzt, soll in einem weiteren Schritt auch Oberesslingen zum Zug kommen. Erklärte Absicht des Rathauses ist es, in diesem Stadtteil eine Adresse mit einer ähnlichen Größe wie in Hohenkreuz zu realisieren. Versuche, das Vorhaben voranzutreiben, scheiterten bisher allerdings an der ungeklärten Grundstücksfrage. In der Weiherstraße rückt jetzt ein Durchbruch in greifbare Nähe. Dort besitzt die Baugenossenschaft eine Immobilie, hinter deren weiterem Schicksal seit mehr als einem Jahr ein dickes Fragezeichen steht.

Adresse ohne Zukunft


Gastronomie, kleine Geschäfte, Bankfilialen, Arztpraxen - alle Nutzungen haben sich auf der 1500 Quadratmeter großen Fläche am Ende als wenig dauerhaft erwiesen. Das gilt auch für das Fitnessstudio Old Samson. Nach dessen Auszug musste sich die Baugenossenschaft mit dem Gedanken anfreunden, dass die Adresse keine Zukunft besitzt. Was bleibt, ist der Abbruch des Gebäudes, das ursprünglich einmal als belebendes Element an der Schnittstelle zwischen Oberesslinger Mitte und Gartenstadt gedacht war.
Weil die Stadt Esslingen ein angrenzendes Grundstück besitzt, das unbebaut ist, gilt diese Lage als idealer Standort für ein neues Pflegeheim. Das Raumkonzept - so ist zu hören - lässt sich auf dieser Fläche unterbringen. Für diese Lösung spricht außerdem die Nähe zu Versorgungseinrichtungen und Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs.
Sollten sich Baugenossenschaft und Stadt über den Preis und die weiteren Details einigen, könnten die beiden Parteien ihren Streit beenden, der sich an einem Grundstück in der Damaschkestraße entzündet hatte. Wie berichtet hat die Baugenossenschaft dort den Wunsch von Oberbürgermeister Jürgen Zieger zurückgewiesen, der Stadt für das Pflegeheim eine Teilfläche zum Verkehrswert zu verkaufen. Vielmehr favorisiert das Unternehmen in diesem Fall ein Bieterverfahren. 120 Häuser, die keine Zukunft haben, sollen dort einem neuen Quartier weichen. Konzept und Preis entscheiden dabei, welches Gebot den Zuschlag erhält. Für dieses Vorgehen hat sich die Baugenossenschaft in der Öffentlichkeit heftige Kritik des Rathauses gefallen lassen müssen. Es sei ungewöhnlich, dass das Unternehmen in diesem Zusammenhang die städtischen Pläne für ein Pflegeheim nicht berücksichtige, schimpfte Zieger.

Bieterverfahren auf Eis

Inzwischen haben sich die Wogen wieder geglättet. Mit dem früheren Fitnessstudio winkt schließlich auch aus städtischer Sicht eine überzeugende Alternative. Zur Befriedung trägt überdies bei, dass die Baugenossenschaft das Bieterverfahren erst einmal auf Eis gelegt hat. Bevor in diesem Fall eine Entscheidung getroffen wird, soll zunächst der Ausgang der Verhandlungen in der Weiherstraße abgewartet werden. So wie es aussieht, wird das Thema Pflegeheim in der Damaschkestraße aber keine Rolle mehr spielen.

Artikel vom 11.10.2012 © Eßlinger Zeitung


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