"Große Irritation"

Eßlinger Zeitung 19.05.2012

ESSLINGEN: OB kritisert die Baugenossenschaft

In ungewöhnlich scharfer Form kritisiert Oberbürgermeister Jürgen Zieger die Grundstückspolitik der Baugenossenschaft Esslingen. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, wonach die Genossenschaft seither wenig Bereitschaft zeige, dem städtischen Eigenbetrieb Pflegeheime ein geeignetes Grundstück in Oberesslingen für eine neue Pflegeeinrichtung zur Verfügung zu stellen.

Von Christian Dörmann

Die Verwaltungsspitze und der Eigenbetrieb Pflegeheime setzen bei ihren weiteren Plänen für eine bedarfsgerechte Versorgung mit Pflegeplätzen in Esslingen vor allem auf Standorte in Hohenkreuz und Oberesslingen. Während ein entsprechendes Projekt an der Seracher Straße und am Schloßwiesenweg in Hohenkreuz langsam Konturen annimmt (die EZ berichtete), sieht man im Rathaus keine Bewegung, was die baugenossenschaftlichen Gartenstadtgrundstücke in Oberesslingen zwischen Damaschestraße und Wickenweg angeht. Das habe bei der Verwaltungsspitze „große Irritation“ ausgelöst, so OB Zieger in einer Mitteilung. Denn die Versorgung Oberesslingens mit Pflegeplätzen sei auch im Interesse der vielen im Umfeld wohnenden Mitglieder der Baugenossenschaft.
„Obwohl die Stadt Esslingen als potenzielle Käuferin bereit steht, bietet ihr die Baugenossenschaft in Oberesslingen die entsprechenden Flächen für Pflegeplätze bislang nicht an“, betont der OB. Anstatt sich mit der Stadt über die Flächen zu verständigen, setze die Baugenossenschaft in einem Bieterverfahren offenbar auf rentierliche Höchstpreisverkäufe. Zieger: „Ein solches Geschäftsgebaren löst bei Verwaltung und Gemeinderat Zweifel am genossenschaftlichen Auftrag einer Baugenossenschaft aus. Wenn die Genossenschaft sich schon von den Grundstücken trennt, sollte sie die originären Interessen ihrer Mitglieder und deren Anforderungen an eine gute Infrastruktur nicht völlig außen vor lassen.“ Eine Baugenossenschaft sei schließlich mehr als ein Bauträger. Deshalb mahnt Jürgen Zieger mit Blick auf die „erfolgreiche Partnerschaft in der Vergangenheit“ und für künftige Vorhaben das vertrauensvolle Miteinander von Stadt und Baugenossenschaft als Esslinger Sozialpartner an.
Derweil zeichnet sich auf dem Mettinger Bethlehem-Areal zwischen Bahnhof und Kirche ein möglicher neuer Pflegestützpunkt ab. Die Baugenossenschaft als Eigentümerin des Grundstücks sieht ob der schlechten Bausubstanz kaum Chancen, die dortigen Gebäude zu erhalten. Sie ist bereits mit möglichen Investoren im Gespräch, die auf dem Areal einen neuen Pflegestützpunkt bauen und mit Seniorenwohnungen ergänzen wollen.


Artikel vom 19.05.2012 © Eßlinger Zeitung

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