"Baugenossenschaft ist die gelebte Mietpreisbremse"

Eßlinger Zeitung 11.06.2015

ESSLINGEN: Für Verbandspräsident Axel Gedaschko ist die seit 125 Jahren bestehende Gemeinschaft eine Erfolgsgeschichte

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Baugenossenschaftsvorstand Christian Brokate (links) freut sich über die Gratulationen von Baden-Württembergs stellvertretendem Ministerpräsidenten Nils Schmid (Mitte) und Oberbürgermeister Jürgen Zieger. Fotos: Bulgrin


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Topas mit einer „Assistentin“ aus dem Publikum. Wie kann man eine Orange auf hawaiianische Art wandern lassen?

Von Christian Dörmann

Die Zeiten ändern sich, aber die Themen bleiben mitunter dieselben. 125 Jahre sind vergangen, seit sozial denkende Männer den Bau- und Sparverein gründeten und ein Startkapital in Höhe von 28 Mark und 50 Pfennigen in die Kasse einbezahlten. Das geschah, weil es im Jahr 1890 einen großen Wohnungsmangel in Esslingen gab. Den gibt es auch heute und geblieben sind Frauen und Männer, die sich dem Bau und der Pflege von bezahlbaren Mietwohnungen verschrieben haben. Sie arbeiten für und sie sind Mitglied in der Baugenossenschaft Esslingen, die ihr Jubiläum im Rahmen eines Mitgliedertages in Esslingens Württembergischer Landesbühne feierte - garniert mit zauberhaften Momenten.

Wie es sich für eine Genossenschaft gehört, fiel die Feier nicht pompös, sondern eher familiär aus. Gleichwohl gab es prominente Gratulanten wie den Präsidenten des GdW Bundesverbandes deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Axel Gedaschko, der die Rolle der Baugenossenschaft auf den Punkt brachte: „Die Baugenossenschaft Esslingen ist die gelebte Mietpreisbremse.“ Für den Verbandschef ist es keinesfalls selbstverständlich, dass ein Unternehmen 125 Jahre lang „mit hoher Qualität“ Bestand hat. Als ein Erfolgsrezept nennt Gedaschko den genossenschaftlichen Gedanken, indem viele Menschen ihre Kräfte für das gemeinsame Ziel bündeln.

Auch für den stellvertretenden baden-württembergischen Ministerpräsidenten und Minister für Wirtschaft und Finanzen, Nils Schmid (SPD), ist das erreichte hohe Alter ein Zeichen dafür, „dass die Baugenossenschaft einen guten Job macht und der Genossenschaftsgedanke lebt“. Schmid sprach von einer Renaissance der Genossenschaften, die wie im Fall der Esslinger Baugenossenschaft für bezahlbare Wohnungen sorgten. „Wohnen darf nicht zum Luxus werden“, forderte er und sparte nicht mit dem Hinweis, wonach die Landesregierung die Mittel für den Mietwohnungsbau erhöht habe. Gleichwohl sieht aber Axel Gedaschko das Land Baden-Württemberg in einer „Vorreiterrolle, sich etwas einfallen zu lassen, damit Wohnen und Bauen teurer wird“.

Keine leichten Antworten

Seit der Industriealisierung spielt die Versorgung Esslingens mit preiswerten Wohnungen eine wichtige Rolle. Daran erinnerte Oberbürgermeister Jürgen Zieger. Wohnen und Arbeiten in überschaubarer Nähe, das führe vermehrt zu einem Zug in die Städte, in denen heute bereits die Hälfte der Menschheit lebe. Auf solche Herausforderungen Antworten zu finden, sei nicht leicht, sagte das Stadtoberhaupt auch mit Blick auf die laufende Diskussion über neue Baugebiete in Esslingen. In schwierigen Zeiten für den Wohnungsmarkt zu ihrer Verantwortung stehen, das zeichne die Baugenossenschaft aus, betonte Jürgen Zieger. Die Genossenschaft gehe über das rein Wirtschaftliche hinaus und erfülle eine wichtige soziale Komponente. In diesem Zusammenhang würdigte der OB auch die Bereitschaft der Genossenschaft, sich mit zukunftsweisenden Projekten zu beschäftigen und nannte als eines von mehreren positiven Beispielen das Mehrgenerationenhaus auf dem Zollberg.

Die beiden Vorstände der Baugenossenschaft Esslingen, Christian Brokate und Oliver Kulpanek, zeigten sich vor den Mitgliedern zufrieden mit dem zurückliegenden Geschäftsjahr und kündigten für das laufende und die folgenden hohe Investitionen an. Fast 230 aus einem Bestand von rund 3000 Mietwohnungen sollen in den kommenden Jahren modernisiert werden.

All dies hat viel mit Arbeit und wenig mit Zauberei zu tun. Für das Kontrastprogramm in dieser Hinsicht sorgte Thomas Fröschle, der einem breiten Publikum als Zauberkünstler und Comedian Topas ein guter Begriff ist. Sein Humor und seine virtuose Fingerfertigkeit passten denn auch so recht zum Anlass des Abends, weil sie die Festgäste zu einer fröhlichen Gemeinschaft vereinten. Und da sind wir dann wieder irgendwie beim Genossenschaftsgedanken angelangt.

Artikel vom 11.06.2015 © Eßlinger Zeitung

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