Neue Heimat für das Ehrenamt

Eßlinger Zeitung 13.08.2015

ESSLINGEN: Räume in der Weststadt ersetzen das zu kleine Forum Im Heppächer - Ungewisse Zukunft für das Bürgerhaus Mettingen

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Aus den ehemaligen Büros der Baugenossenschaft Esslingen soll ein neues Bürgerzentrum werden. Wolfgang Kirst (links) und Christian Bergmann vom Amt für Soziales und Sport freuen sich, wenn aus dem Plan bis Mitte nächsten Jahres Realität wird. Foto: Bulgrin



Von Kornelius Fritz

„Wir suchen schon seit einigen Jahren größere Räume für unsere bürgerschaftlichen Initiativen. Jetzt hat sich eine einmalige Gelegenheit aufgetan“, freut sich Christian Bergmann, Leiter des Amtes für Soziales und Sport. Denn im Mai ist die Baugenossenschaft Esslingen von der Schelztorstraße in einen Neubau in der Richard-Hirschmann-Straße umgezogen. Aus den ehemaligen Büros im Erdgeschoss soll nun ein modernes Bürgerzentrum werden, das mit 530 Quadratmetern Fläche etwa viermal so groß ist wie die Räume in der Altstadt.

Mettinger wehren sich

„So können wir nicht nur allen bestehenden Gruppen eine Heimat bieten, sondern haben auch Platz für neue Initiativen“, erklärt Wolfgang Kirst, der bei der Stadt für das bürgerschaftliche Engagement zuständig ist. Dabei denkt er zum Beispiel an die wachsende Zahl von Gruppen, die sich für Flüchtlinge engagieren. Ein weiterer Pluspunkt: Die neuen Räume sind barrierefrei und bieten Platz für Veranstaltungen mit bis zu hundert Besuchern. Umzug soll im Juli 2016 sein. Bis dahin wird die Baugenossenschaft die Räume nach den Wünschen der Stadt umbauen, die anschließend einen Mietvertrag über 30 Jahre abschließt.
Das Ganze hat freilich auch einen Haken: Die Räume sind nicht nur viermal so groß, sondern auch rund dreimal so teuer wie die Im Heppächer. Und das zu einer Zeit, in der Verwaltung und Gemeinderat den Hauhalt nach Einsparmöglichkeiten durchforsten. Im Sozialamt hat man sich deshalb auf die Suche nach einer Kompensation gemacht und ist dabei auf das Bürgerhaus Mettingen gestoßen. Wegen der Nähe zur Weststadt könne man auf die Räume im Alten Bahnhof künftig verzichten. Zumal es im Stadtteil inzwischen auch ein Familienzentrum gibt, in dem Räume für ehrenamtliche Initiativen zur Verfügung stehen. „Trotzdem treffen wir diese Entscheidung nicht leichten Herzens“, sagt Bergmann.

Im Mettinger Bürgerausschuss regt sich bereits Widerstand gegen die Pläne. „Das Bürgerhaus ist ein wichtiger Anlaufpunkt für ältere Menschen“, sagt der Vorsitzende Gerd Küpper. Er und seine Stellvertreterin Heike Dinkelaker fragen sich auch, wie eine Schließung des Bürgerhauses dazu passt, dass Mettingen, Weil und Brühl in das Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen werden sollen.

EWB weckt Hoffnungen

„Das Bürgerhaus muss Teil der Gemeinwesenarbeit bleiben“, fordert der Bürgerausschuss und hat diese Position auch in einem Brief an Sozialbürgermeister Markus Raab und die Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen formuliert. Die Chancen, dass sich dieser Wunsch erfüllt, stehen offenbar gar nicht schlecht. Auf Antrag der SPD-Fraktion hat der Gemeinderat die Entscheidung, den Mietvertrag für das Bürgerhaus zu kündigen, im Juli erst einmal vertagt. „Wir wollen, dass das Bürgerhaus für den Stadtteil erhalten bleibt“, sagt die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Christa Müller.

Gemeinsam mit der Esslinger Wohnungsbau (EWB), der das Gebäude gehört, soll nun ein Konzept für die künftige Nutzung des Bürgerhauses entwickelt werden. Und EWB-Geschäftsführer Hagen Schröter weckt Hoffnungen, dass der Alte Bahnhof auch künftig allen Mettingern offenstehen wird: „Wir werden das Gebäude nicht verkaufen“, verspricht er. Und man habe auch nicht vor, die Vereine und Gruppen, die das Bürgerhaus bisher nutzen, rauszuwerfen.

Der Geschäftsführer kann sich für den Alten Bahnhof ein ähnliches Konzept wie beim Wohncafé auf dem Zollberg vorstellen. Denn auch die EWB habe Interesse an einem guten Miteinander im Stadtteil, erklärt Schröter: „Wir haben große Wohnbestände in Mettingen. Deshalb müssen wir schauen, dass das Quartier funktioniert.“

Artikel vom 13.08.2015 © Eßlinger Zeitung

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