Auf einen Schlag mehr als 10 000 Rauchwarnmelder geordert

Eßlinger Zeitung 13.06.2014

ESSLINGEN: Esslinger Wohnungsbau und Baugenossenschaft Esslingen statten Tausende von Wohnungen aus

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Am heutigen Tag des Rauchwarnmelders stehen die kleinen Geräte im Blickpunkt: Bei einem Brand verschaffen sie den Betroffenen die nötige Zeit, sich und andere in Sicherheit zu bringen. Foto: dpa

Von Elisabeth Schaal

Sicherheit kostet Geld. Für Rauchwarnmelder, die bis Ende des Jahres in allen Schlafräumen bestehender Gebäude installiert sein müssen, halten sich die Kosten für Privatleute in überschaubarem Rahmen. Es gibt durchaus taugliche Geräte zum Preis von wenigen Euro, aber auch 40 Euro und mehr lassen sich investieren. Die Esslinger Wohnungsbau (EWB) und die Baugenossenschaft Esslingen (BG) müssen da ganz andere Beträge in die Hand nehmen: Die EWB stattet rund 3000 Wohnungen mit den möglichen Lebensrettern aus, bei der BG sind es um die 2900.
Gute Nachricht für die Mieter: Die EWB kauft die dank Großeinkauf rund 15 Euro teuren Rauchwarnmelder auf eigene Kosten und auch die BG wird „aller Voraussicht nach“ diesen Schritt tun. Man stecke diesbezüglich noch in Verhandlungen, sagt BG-Vorstandsmitglied Oliver Kulpanek. Die Geräte mieten wäre die Alternative. An den Mietern bleiben die Wartungskosten hängen, die sich auf rund zwei Euro pro Jahr und Gerät addieren.

Hochwertige Geräte

Bei der Ausstattung beschränken sich beide Unternehmen nicht nur aufs Nötigste: „Wir installieren rund 11 000 Rauchwarnmelder in unseren Wohnungen. Und zwar nicht nur in den Schlafzimmern, sondern auch in den Wohnräumen. Denn wer schläft nicht mal auf der Couch. Auch Kinderzimmer und Flur werden überwacht, sodass wir eine Drei-Zimmer-Wohnung mit vier Warngeräten ausstatten“, sagt Wolfgang Knubben, Leiter Technik bei der EWB. Mit dem Einbau werde voraussichtlich Ende August begonnen, mit Aushängen würden die Mieter darauf aufmerksam gemacht.

Beide Unternehmen legen großen Wert auf hochwertige Geräte. Die haben inklusive Batterie eine Lebensdauer von zehn Jahren: „Wir nehmen da keine No-Name-Produkte, die irgendwo von Kinderhand gefertigt worden sind. Wir setzen auf deutsche Qualität“, unterstreicht Kulpanek. Es könne nicht sein, „dass alle sechs Monate eine Batterie ausgewechselt werden muss“. Die seien im Übrigen „nicht ausbaufähig“ - nicht dass der eine oder andere Mieter sie vielleicht für ein anderes Gerät brauchen könnte. Auch die BG stattet sämtliche Räume ihrer 2900 Wohnungen aus und benötigt dafür rund 12 000 Geräte: „Wir wissen ja nicht, wer in welchem Raum schläft. Auch kann ja mal ein Gast über Nacht bleiben.“ Lediglich Bad und Küche seien ausgenommen: „Die Geräte sollen die Menschen aufwecken und vor dem Einatmen des giftigen Brandrauchs schützen. In diesen beiden Räumen muss wohl niemand geweckt werden.“ Die kleinen Geräte können zum Lebensretter werden, wenn sie Menschen die nötige Zeit verschaffen, sich bei einem Brand in Sicherheit zu bringen. Dass der Einbau beim einen oder anderen Mieter keine Freude auslösen wird, der bereits auf eigene Rechnung Warngeräte eingebaut hat, weiß Kulpanek. Trotzdem: „Wir stehen als Eigentümer in der Verantwortung und lassen unsere Geräte installieren.“

Im Urlaub abschalten

Während bei EWB und BG zentral für Installation und Wartung gesorgt wird, muss auf dem privaten Sektor der Wohnungseigentümer für die Installation und gegebenenfalls der Mieter für die Wartung sorgen. Nicht nur dazu ist es hilfreich, die Betriebsanleitung genau zu studieren. Zu wissen, wo am Gerät die sogenannte Rückstelltaste ist, dürfte bei einem Fehlalarm mit anschließendem Dauerton von mindestens 85 Dezibel den Ohren guttun: „Wenn im Backofen etwas verbrannt ist und beim Öffnen der Tür ein Schwall Rauch rauskommt, könnte das durchaus den Melder auslösen. Etwa, wenn es eine offene Küche und das Gerät in der Nähe installiert ist. Auch wenn gelüftet wird, hört das Gerät nicht auf. Man muss es mit besagter Taste abschalten“, betont Günter Jesinger. Der derzeitige Amtsleiter der Esslinger Feuerwehr macht am heutigen Tag des Rauchwarnmelders darauf aufmerksam, dass es keinen Sinn mache, diesen an die Wand zu hängen: „Auch wenn die Holzdecke im Schlafzimmer noch so schön ist - der Warnmelder gehört dort hin, denn Rauch steigt bekanntlich auf.“
Angesichts der bevorstehenden Urlaubszeit macht der Feuerwehrchef auf eine Empfehlung des fürs Feuerwehrwesen zuständigen baden-württembergischen Innenministeriums aufmerksam. Dieses rate dazu, während der Abwesenheit die Geräte außer Betrieb zu setzen. Das mache durchaus Sinn, so Jesinger: „Bei der Installation der Geräte geht es immer um den Schutz von Menschen, nie um Objekt- oder Sachschutz.“ Das Abschalten gelte allerdings nur, wenn wirklich niemand zu Schaden kommen könne: „Falls alle Melder in einem Mehrfamilienhaus miteinander vernetzt sind, würde ein abgestelltes Gerät natürlich alles infrage stellen.“
Mit der gesetzlich vorgeschriebenen Installation von Rauchwarnmeldern wird die Zahl der Fehlalarme steigen. Deshalb aber nicht zu reagieren, wäre falsch. Jesinger rät, bei einem Alarm in einer Nachbarwohnung rasch nachzuschauen, was der Grund dafür ist: „Vielleicht ist ja wirklich jemand in Gefahr.“ Und er betont: „Wenn jemand der festen Überzeugung ist, dass es brennt, Menschen in Gefahr sind und niemand die Tür öffnet, entstehen ihm keine Kosten und keine Nachteile, wenn er die Feuerwehr ruft. Denn nachbarschaftliche Hilfe ist wichtig.“ Hilfreich sei es auch, Mitbewohner für den Signalton zu sensibilisieren, „damit alle den Unterschied zwischen einem lauten Wecker und einem Rauchwarnmelder kennen“. Irritieren lassen sollte man sich nicht, wenn der potenzielle Lebensretter ein leiseres Warnsignal sendet: „Dann muss nur die Batterie gewechselt werden“, erklärt Jesinger.
Die Zielgruppe ältere Menschen haben im Übrigen manche Anbieter von Hausnotrufen im Auge: Sie bieten als damit verbundene Zusatzleistung die Installation von Rauchmeldern an. So könne rasch geklärt werden, warum der Rauchmelder ausgelöst habe und ob die Feuerwehr alarmiert werden müsse oder nicht.

Artikel vom 13.06.2014 © Eßlinger Zeitung


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