Strom direkt aus dem Keller

Eßlinger Zeitung 11.02.2014

ESSLINGEN: Stadtwerke und Baugenossenschaft starten im Schelztorareal die dezentrale Energieversorgung

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Wolfgang Lotz (rechts) erklärt Christian Brokate, Jürgen Zieger, Dominik Völker und
Oliver Kulpanek (von rechts), wie das Blockheizkraftwerk im Keller des Schelztorareals
funktioniert. Foto: Bulgrin

„Die Energiewende kann nur marktwirtschaftlich gelöst werden“, sagte OB Jürgen Zieger bei der Vorstellung eines innovativen Projekts. Im Schelztorareal mit rund 200 Wohnungen und Gewerberäumen wird im Keller nicht nur Strom produziert, sondern auch direkt in der Wohnanlage verbraucht.

Von Sabine Försterling

Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2020 die CO2-Emissionen um ein Viertel zu reduzieren. Einiges sei erreicht worden, doch es benötige noch viele weitere kleine Schritte. Nun haben die Stadtwerke Esslingen (SWE) sowie die neu gegründete Gesellschaft „GrünES“ gemeinsam mit der Baugenossenschaft ein sogenanntes Arealnetz verwirklicht, das in dieser Größenordnung bisher einmalig ist. Innovativ sei man bereits 1975 gewesen, meinte Oliver Kulpanek, Vorstand der Baugenossenschaft, bei einem Pressegespräch. Die rund 200 Wohnungen und zusätzlichen Gewerberäume wurden unter anderem mit einer Flusswasser-Wärmepumpe beheizt. Der Neckar sei aber in den Jahren deutlich kälter und die Anlage ineffizient geworden. Seit Herbst 2012 erzeugt im Keller des Areals in der Schelztorstraße ein mit Erdgas betriebenes Blockheizkraftwerk nicht nur Wärme für Heizung und Warmwasser, sondern auch Strom, der bis vor kurzem ins öffentliche Netz gespeist wurde.
Der Wirkungsgrad des Blockheizkraftwerkes sei hoch, erklärte SWE- Geschäftsführer Wolfgang Lotz. Nach 20 Jahren würden sich die Investitionen durch die Energieeinsparungen amortisieren. Nachdem nun auch neue Kabel in dem Gebäudekomplex verlegt wurden, können die Bewohner seit Januar Strom direkt aus dem Keller beziehen. „Über 200 Euro könne der Kunde jährlich im Vergleich zum normalen Grundversorgungstarif einsparen“, sagte der SWE-Prokurist Dominik Völker. Es werde dort produziert, wo verbraucht werde. Einspeisungsgebühren ins Netz würden dadurch hinfällig. „Dezentral erzeugen und verteilen“, lautet die Devise für Jürgen Zieger, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der SWE ist.
Die Stadtwerke mit ihrer neu gegründeten Gesellschaft „GrünES“ haben sich darüber hinaus zum Ziel gesetzt, dieses Jahr bereits 6000 Personen mit Ökostrom, sei es aus Wind- oder Wasserkraft, zu versorgen. Jürgen Zieger und auch Oliver Kulpanek können sich vorstellen, dass eine dezentrale Versorgung wie im Schleztorareal in Bestands- oder Neubaugebieten Schule machen wird. Pläne liegen bereits in der Schublade. In der Weststadt haben inzwischen die Eigentümer und Gewerbetreibenden sowie über die Hälfte der Mieter zugegriffen.

Artikel vom 11.02.2014 © Eßlinger Zeitung


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