Nachkriegshäuser weichen Neubauten

Stuttgarter Zeitung 02.08.2016

Esslingen In den kommenden Jahren sollen viele alte Gebäude in der Stadt abgerissen werden. In manchen Wohnungen fehlen Heizungen oder Bäder. In vielen Fällen lohnt sich eine Sanierung daher nicht. Marta Popowska

Die Esslinger Wohnungsbaugesellschaft (EWB) plant in den kommenden Jahren ihr Augenmerk hauptsächlich auf neuen Wohnraum zu richten. Angesichts der angespannten Lage am Wohnungsmarkt will man nicht nur auf eigene Grundstücke zurückgreifen, sondern nachverdichten, also alte Gebäude zu Gunsten neuer und größerer Wohnhäuser abreißen. In der Oberesslinger Gartenstadt ist man bereits seit längerem in der Planung. Für das Quartier, das zwischen der Wäldenbronnerstraße, der Palmstraße, der Tobias-Mayer-Straße und Am Schönen Rain liegt, wird derzeit zusammen mit der Esslinger Baugenossenschaft eine Machbarkeitsstudie erstellt. Ihr Ergebnis wird noch vor Ende des Jahres erwartet.

Schon lange ein Thema ist die Gartenstadt in Oberesslingen. Entlang der Landhausstraße 79 bis 149 befinden sich 110 Wohnungen im Besitz der EWB. Sie stammen noch aus der Nachkriegszeit. „Es ist ein Wohnbestand, der so heute nicht mehr geht“, sagt Hagen Schröter, der Geschäftsführer der EWB. Die alten Häuser entsprechen weder heutigen Energiestandards noch sind sie barrierefrei. „Teilweise sind die Bäder im Keller“, sagt Schröter.

Anstatt der 110 Wohungen an der Landhausstraße sollen 120 Wohnungen, zehn Wohnhäuser und Tiefgaragen entstehen. „Das klingt zunächst nach nicht viel, aber aus der derzeitigen Wohnfläche von 5000 Quadratmetern sollen 10 000 werden“, erklärt Schröter. Die Wohnungen sollen zwei, drei und vier Zimmer haben und entsprechend 50, 70 und 90 Quadratmeter aufweisen. „Für uns sind das vernünftige Grundrisse“, sagt er. Aufzüge und barrierefreie Zugänge sind auch geplant.

Den ersten Zeitplan gibt es bereits. „Wir vermieten in der Landhausstraße nur noch Wohnungen auf drei Jahre“, sagt Schröter. Derzeit seien auch einige Wohnungen als Anschlussunterbringung an anerkannte Geflüchtete vermietet. Wohin es für die Mieter im Anschluss geht, wird man nach dem Ablauf der drei Jahre regeln. Für die sogenannte Entmietung setzt die Wohnungsbaugesellschaft weitere zwei Jahre an. Danach soll abgerissen werden.

Während die EWB für die Gebäude an der Landhausstraße das Planungsrecht besitzt, wird für das Quartier zwischen der Wäldenbronnerstraße, der Palmstraße, der Tobias-Mayer-Straße und Am Schönen Rain derzeit eine Machbarkeitsstudie erarbeitet. Laut Schröter soll diese vor Ende des Jahres vorliegen. Anschließend wird der entsprechende Bebauungsplanentwurf dem Gemeinderat vorgelegt.

Die Grundstücke und Gebäude gehören teilweise der EWB sowie der Baugenossenschaft Esslingen. „Unsere Gebäude sind zwischen 80 und 90 Jahre alt und in einem schlechten Zustand“, sagt Oliver Kulpanek, der Vorstand der Baugenossenschaft. Manche hätten weder Heizungen noch Bäder. 26 solcher Wohnungen würden daher derzeit leer stehen. „Wir werden sie auch nicht mehr vermieten, weil eine Sanierung hier keinen Sinn macht“, sagt er. Weil Wohnungen in Esslingen aber dringend benötigt werden, möchte man zeitnah mit dem Projekt loslegen. Die Mieter wissen laut Kulpanek, dass sie spätestens im Frühjahr 2018 ausziehen sollen. Wie viele Wohnungen mehr es schlussendlich geben wird, dazu wollten weder Schröter noch Kulpanek eine Auskunft geben.

Artikel vom 02.08.2016 © Stuttgarter Zeitung
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